Samstag, 30. Juli 2016

Bitte bleib!


Bitte bleib, mein Engel!
Du hast nun endlich zu uns gefunden, mein kleiner Engel.
Ich konnte es schon ein paar Tage zuvor spüren,
bevor du unser Herz erobert hast.
Ich wusste es tief in mir, dass du bald da sein würdest.
Aber es herrscht eine tiefe Angst in mir.
Die Angst, dich wieder gehen lassen zu müssen.
Dein Lachen, deine funkelnden Äuglein, dein fröhliches Gebrabbel,
das schenkt mir so viel Kraft.
Gibt meinem Leben endlich einen Sinn.
All die Jahre ohne dich waren im Vergleich dazu fast schon wertlos.
Ich weiß, dass du es bist, auf den ich all die Jahre gewartet habe.
Für den all die Schmerzen plötzlich einen Sinn ergeben.
Für dich war es all das wert!
Jede einzelne Sekunde davon.
Deswegen hoffe ich so sehr, dass du bleiben darfst, mein kleiner Engel.
Dass das Schicksal es dieses eine Mal wenigstens gut mit uns meint.
Auch wenn wir es nicht in der Hand haben,
mein Leben würde ohne dich keinen Sinn mehr machen!
BITTE BLEIB!

Jetzt ist es Ende Juli. Unsere Sachbearbeiterin ist seit zwei Wochen wieder da. Wir hatten auch schon Kontakt. Sie hatte der Mutter zwei Termine für die Unterschrift an einem Tag zur Auswahl gegeben. Im Juli. Wann hat sie uns nicht gesagt, habe ich auch nicht nachgefragt. Das hätte uns noch verrückter gemacht. Jedoch gab sie uns wenig Hoffnung. Sie denke, dass die Mutter die Termine wieder verschieben würde. Auf August, weil sie ja so im "Stress" ist.
Jetzt ist der Juli rum und wir haben noch nichts gehört. Somit können wir sicher sein, dass sie die Termine hat platzen lassen. Aber WARUM??? Natürlich kann es sein, dass sie an diesem Tag weder Vormittag noch Nachmittag frei bekommen hat. Kann sein, muss aber nicht. Ich würde so gerne wissen, was in ihr vor geht. Hat sie Zweifel? Nach fast einem halben Jahr? Warum hat sie dann der Vertretung gesagt, dass schon alles vorbereitet werden kann, da sie sich sicher ist? Ist sie sich das wirklich? Ich verstehe es nicht. Das ist schön langsam eine richtige Psychonummer. Lange konnte ich die Gedanken beiseiteschieben, dass er vielleicht doch nicht bleiben wird. Habe gedacht, dass die Mutter nur wartet, bis unsere Sachbearbeiterin wieder da ist. Das wäre so schön gewesen. Natürlich hat sie auch ein Recht darauf, es sich anders zu überlegen. Aber wenn sie es jetzt noch nicht weiß, ja wie soll sie ihn dann von einer Minute auf die Andere (wieder) in ihr Herz lassen? 
Mir tut es in der Seele weh, wenn ich daran denke, wie er die ersten Tage bei ihr verbringen würde. Sie nicht weiß, wie sie ihn beruhigen kann. Wann er hungrig ist. Warum er weint. (So wie ich jetzt, weil ich einfach so große Angst um ihn habe) Er ist so auf uns bezogen. Lässt sich nur ungern von anderen Personen auf den Arm nehmen.
Obwohl ich weiß, dass er es bei der Mutter am besten hat. Dass er eigentlich dort hin gehört. Aber mein Herz will es nicht wahr haben. Mein Herz ist egoistisch. Wenn er gehen muss, ist es für mich, als würde er sterben...
Somit ist die Angst wieder da. Hat mit voller Wucht zugeschlagen. Zusammen mit der Frage nach den Warum. Das erste Gespräch hatte die Mutter ja auch verschoben. Angeblich, weil sie in der Arbeit so eingespannt ist. Aber das nehme ich ihr nicht ab.
Ich hoffe, dass es sich bald entscheidet. Ich kann sonst irgendwann nicht mehr. Ich möchte Gewissheit.

Oben habe ich versucht, meine Gefühle auszudrücken. Es ist die Antwort auf die Worte, die ich vor ein paar Jahren einmal verfasst hatte:

Wo bist du, mein Engel?

Ich kann dich spüren,
auch wenn du noch nicht greifbar bist.
Ich kann dein Lachen hören,
auch wenn du noch nicht hörbar bist.

Wenn ich in den Sternenhimmel blicke,
sehe ich deine funkelnden Augen,
die mich fröhlich anstrahlen.

Trotzdem fühle ich die Angst,
dich nie in meinen Armen halten zu dürfen.
Es ist die Angst,
zu versagen und nie das größte Glück
dieser Erde geschenkt zu bekommen.
Es ist die Wut und die Ungerechtigkeit,
die mich fast ohnmächtig werden lassen.

Die Sehnsucht nach dir, mein Engel.
Einer kleinen Seele, die darauf wartet,
geboren zu werden.
Die darauf wartet, bis meine Seele bereit ist.
Ich werde auf dich warten,
bis du endlich den Weg zu mir gefunden hast.
Ich werde für dich bereit sein, mein kleiner Engel.



Habt noch ein schönes, sonniges Wochenende!
Liebe Grüße
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Kommentare

  1. Ach mensch, das ist nicht schön zu lesen.
    Ich hoffe so sehr, dass es bald ein positivies Ergebnis für euch gibt!!! Ich kann es auch nicht richtig verstehen. Aber vielleicht will die Mutter einfach keine endgültige Entscheidung treffen. Denn wenn sie ein Mal die Unterschrift gesetzt hat, hat sie doch keinen Anspruch mehr auf den Kleinen oder? Vielleicht ist sie so ein weniger entscheidungsfreudiger Mensch und lässt sich gern alles offen, obwohl sie schon längst für sich eine Entscheidung getroffen hat (gegen den Kleinen), sie aber nicht "dingfest" machen will.
    Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass diese Psychonummer endlich ein Ende hat und Ihr einfach nur noch Familie sein dürft.
    Halte durch, für den Kleinen! Ich kann Deine Gedanken so gut nachempfinden. Ich wünsche Euch alles Gute und weiterhin ganz viel Kraft!!!

    Ganz liebe Grüße
    Dani Ela

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  2. Hallo!
    Ich schau öfters mal rein in der Hoffnung, gute Nachrichten zu lesen. Danke, dass du auch die noch-keine-guten-Nachrichten mit uns teilst. Es tut mir wirklich leid, dass es immer noch keine Neuigkeiten gibt (Das der letzte Eintrag schon wieder 2 Wochen her ist, ist ja auch nicht wirklich ein gutes Zeichen). Bei dem Satz "Obwohl ich weiß, dass er es bei der Mutter am besten hat." hab ich energisch den Kopf geschüttelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der kleine Schatz es irgendwo besser haben könnte als bei dir, wo du so lange auf ihn gehofft und gewartet hast und nun alles tust, damit es ihm so gut wie möglich geht. Ist das nicht die Beschreibung der perfekten Mutter? Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald auch rechtlich Mutter sein darfst und dass du die erste und auch die letzte bist, zu der er "Mama" sagt! Liebe Grüße und alles Gute.
    Die Thüringerin

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  3. Vielen Dank ihr zwei Lieben für eure Worte! Die bauen mich so sehr auf. Heute war unsere Sachbearbeiterin bei uns. Sie wollte den Kleinen "mal wieder" sehen. Nach fast einem halben Jahr. Einerseits hat sie gesagt, wir sollen positiv denken, andererseits weiß sie nicht, wie sehr seine Schwester der Mutter drein redet. Sie wusste als einzige von allem. Sie ist 11 oder 12. das arme Mädel. Zu sehen, wie die Mutter den eigenen Bruder abgeben muss...
    Somit hoffen wir einfach weiter.
    Ganz liebe Grüße und sonnige Tage :-)

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