Sonntag, 27. Dezember 2015

Schlimmer geht's (n)immer

Und schon ist es rum, das Fest der Liebe. Weihnachten.
Als hätte ich es gewusst, was mich erwartet. Eine leise Vorahnung hat mir immer wieder ins Ohr geflüstert. 
Dieses Jahr haben wir seit Jahren Heilig Abend wieder bei meinen Eltern verbracht. Mit Geschwistern und Anhang. Eigentlich wollte ich es gar nicht. Aber dann hatten wir uns doch dafür entschieden. Besser wäre es gewesen, wenn wir uns dagegen entschieden hätten. Der Abend an sich war ja ganz nett. Nur hatte sich meine Vorahnung bestätigt.
Meine zweite Schwester ist schwanger. Die, die das erste Kind nicht wollte. Die, die beim Junggesellinenabschied von der Schwangerschaft berichtete. Es dann aber verloren hatte.
Sie nahm mich nach dem Essen kurz beiseite und wollte mich vor warnen. Damit ich gefasst sein würde, wenn sie nachher allen die frohe Botschaft verkünden würde. Ich konnte nur stottern. Es war glaube ich irgendwas von "wow, toll.." genaues weiß ich nicht mehr, weil mein Gehirn ausgesetzte.

Bei der Bescherung war es dann soweit. Meine Eltern öffneten einen Umschlag und zogen ein Ultraschallbild hervor. Ich versuchte mich abzulenken und redete irgendeinen Unsinn mit meinem Mann. Konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. So hatte ich es mir immer in Gedanken ausgemalt, MEINE Schwangerschaft bekannt zu geben. Genau so. Das war MEIN Traum. Ich kam mir vor, als wäre ich im falschen Film. Als würde jemand anderes meinen Traum leben. 
Ich kann es noch immer nicht ganz fassen. Natürlich hatte ich damit gerechnet. Ebenso diese Vorahnung. Aber wenn es dann real ist, dann trifft es einen noch schlimmer. Dann reißt es einem den Boden unter den Füßen weg. Mal wieder. 

Ich habe euch ja noch gar nicht berichtet, dass meine andere Schwester auch schwanger ist. Dafür muss ich aber ein wenig ausholen. Meine Eltern hatten sich getrennt als ich drei Jahre alt war. Mein Vater hat dann wieder geheiratet und auch zwei Kinder bekommen. Beide im Alter meiner anderen Geschwister. 
Mit dieser Schwester pflege ich einen sehr innigen Kontakt. Sie ist im Oktober wieder schwanger geworden. Ich wusste es vom ersten Tag an. Sie hat mir den positiven Test gezeigt. Aber sie ist eine so liebevolle Person, dass es mir bei ihr nicht so viel ausgemacht hat. Sie würde uns so gerne helfen wollen und kennt auch die eine Dame vom Jugendamt, mit der wir hoffentlich bald Kontakt aufnehmen werden.

Das Absurde an der ganzen Geschichte ist aber: meine beiden Schwestern sind nur zwei Wochen mit der Schwangerschaft auseinander. Zwei Wochen. Es ist wie eine doppelte Bestrafung.
Share:

1 Kommentar

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

© Das Leben ist kein Ponyhof! | All rights reserved.
Blogger Template Designed by pipdig