Samstag, 13. Juni 2015

Wir sind anerkannt!




Tadaaa: jetzt dürfen wir uns offiziell "staatlich anerkannte Adoptivbewerber" nennen. Jippie das hört sich toll an. Wir haben den "Derf-Schein" wie man bei uns in Bayern so schön sagt.

Bei unserem Abschlussgespräch sind wir die ganzen sieben Seiten des "Gutachtens" über uns durchgegangen. Meine Vergangenheit hat sich jetzt nicht so rosig angehört, aber was will man da schön reden? So ist es nun einmal. Die Dame vom Jugendamt hat gesagt, dass ich stolz darauf sein kann, was ich daraus gemacht habe. Dann bin ich das jetzt einmal. Stolz auf mich. Ich frage mich gerade, ob ich das jemals schon einmal war. Ich glaube so gut wie nie. Hatte ja auch keinen Grund dazu.

Unsere Ansprechpartnerin ist noch für ca. 1,5 Jahre im Jugendamt tätig, bevor sie in Rente geht. Das ist sehr schade. Wenn es bis dahin noch nicht geklappt haben sollte, werden wir uns auch für die Langzeitpflege bewerben. Sie hat gesagt, sie sind ja noch so jung und dass das gut wäre. Diesen Spruch habe ich schon öfter gehört, nur auf unseren eigenen Kinderwunsch bezogen. Jetzt hört er sich aber richtig an. Jetzt dürfen wir daran glauben.
Wir stehen nun offiziell auf der Liste, und werden an zwei weitere Landkreise weiter gegeben. Wobei es eigentlich keine Liste ist, wo die obersten Paare zuerst die Kinder bekommen. Nach dem Motto: wer zuerst kommt malt zuerst. Vielmehr bekommt die abgebende Mutter unsere Fotos und das Gutachten. Dann darf sie aussuchen. Könnte auch nach hinten los gehen, aber das Jugendamt sieht das anders. Mal sehen.

Von einer Auslandsadoption haben wir heute auch ein anderes Bild bekommen. Für mich war das immer eine Art Menschenhandel. Aber wir sind eines besseren belehrt worden. Dass es viele seriöse Vereinigungen gibt, die eng mit den Jugendämtern in Deutschland zusammen arbeiten. Sobald aber alles nur über einen Anwalt läuft, sollte man die Finger davon lassen.
Ob wir diesen Schritt gehen werden, bin ich mir nicht sicher. Ich denke eher, wir gehen, falls die Ado aussichtslos ist, den Weg der Vollzeitpflege.

Der Entschluss über eine weitere Embryonenspende ist heute wieder ins Wanken geraten. Bei einem Gespräch mit meinem Liebsten meinte er, wenn ich es eh als ausweglos sehe, dann sollten wir das Geld dafür nicht mehr hinaus schmeißen. Hmm. Ich habe es aber jetzt schon auf der Seite. Was ist mit den restlichen Medikamenten? Bin ich wirklich JETZT schon bereit, aufzugeben? Was, wäre, wenn? Ich kann doch der Dame dann beim Jugendamt nicht einfach sagen, ach, wir haben es uns doch anders überlegt und nach 1,5 Jahren Abschluss (ja, wir haben ihr den teil mit der Embryonenspende vergessen zu sagen) es im Ausland probiert. Die hält uns für bekloppt und dann verlieren wir womöglich noch die Zulassung, falls es eine Fehlgeburt werden würde. 
Ich bin mit meinem Entschluss noch nicht so weit. Wenn man es nüchtern und realistisch betrachtet, dann haben wir nach den acht Versuchen eigentlich doch gar keine Chance mehr, oder??? Aber was wenn doch? Ach, ich weiß es nicht. Wie seht ihr das, würdet ihr jetzt schon einen Schlussstrich ziehen? Ich wünschte ich hätte einen klareren Kopf.

Liebste Grüße
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Kommentare

  1. Juhuuu ich freu mich so für euch. Ihr habt es jetzt aber wirklich schön langsam verdient. Aber sowas von. Ich glaube, ich würde mir trotzdem noch einmal ein paar angenehme Tage in Prag machen...
    Drück dich, Mia

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  2. Juchuuuu, herzlichen Glückwunsch und eine gaaanz kurze Wartezeit :-*

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  3. Daaaanke ihr lieben :-) :-* und dir natürlich auch eine super kurze Wartezeit, Frau Bitte, die wie im Fluge vergeht!

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