Samstag, 4. Oktober 2014

Tante - mal wieder



Gestern war ein ganz furchtbarer Tag. Erst dachte ich, ich bekomme es ganz gut gebacken. Aber dem war nicht so.

Am Tag unseres Transfers kam das Kind vom Bruder meines Mannes auf die Welt. Letzten Samstag machten wir auch gleich den Krankenhausbesuch. Ich war richtig stolz auf mich, wie gut ich den hin bekommen hatte. Gänzlich ohne jegliche emotionale Entgleisungen.
Da war ich auch noch guter Dinge.

Gestern dafür war umso schlimmer. Mein Mann wollte die beiden zu Hause besuchen. Da kann ich ja schlecht sagen, dass ich nicht mit komme.
Es war eine mittlere Katastrophe.  Ich war die ganze Zeit kurz davor, in Tränen auszubrechen, so schlimm war es. Überall war "Baby" alles schrie förmlich danach.
Angefangen an der Haustüre mit einem riesen Willkommenskranz, daneben ein Holzbrett mit dem Namen, im Garten ein fröhlich-bunter Storch und vom Balkon hing ein Lacken mit einem Willkommensgruß. BÄM. Ein Schlag in den Magen.
Natürlich mussten wir noch zur Brotzeit bleiben. Die Hälfte des Esstisches war überseht mit Präsenten.
Ich missgönne es ihnen nicht. Im Gegenteil. So ein Mensch bin ich nicht, der anderen das Glück nicht gönnt. Es macht mich nur unendlich traurig.

Der Kleine wurde ein wenig quengelig. Da hat ihn mein Mann auf den Arm genommen. Den Anblick konnte ich kaum ertragen. Es hat so weh getan, dass ich weg schauen musste. Es brach mir fast das Herz. (Mir kommen gerade wieder die Tränen, während ich das jetzt schreibe).
Gottseidank ist meine Schwägerin aber dann gleich zum Stillen mit ihm gegangen, sodass ich beide nicht mehr gesehen hatte.

Wieder zu Hause habe ich mich ins Computerzimmer gesetzt und die Tränen laufen lassen. Ich muss da alleine sein und brauche meine Ruhe. Mein Mann hat schon gemerkt, dass es mir dort nicht gut ging. Aber ich finde ganz schwer Trost bei anderen. Ich musste früher auch immer alleine mit meinen Problemen fertig werden.

Morgen wird nicht getestet. Da bin ich eisern. Denn heute war der Strich genauso schwach wie gestern. Vielleicht noch einen ticken schwächer, aber das kann man bei der schwachen Linie eh nicht mehr so genau beurteilen. Morgen möchte ich diese 1% Hoffnung, die noch da ist behalten. Am Montag mache ich den Test nur noch, damit ich in Ruhe trauern kann, wenn niemand zu Hause ist...


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