Freitag, 17. Oktober 2014

Endometriose


Ein oftmals unentdecktes Leiden das die ganze Familienplanung
komplett über den Haufen werfen kann!



    Die Endometriose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedeln und Verwachsungen hervor rufen.  Diese haften sich an den Eierstöcken (Schokoladenzysten) und Eileitern, an der Blase und am Darm fälschlicher Weise an. Sie reagieren hormonell, bluten zyklisch mit ab und führen zu Entzündungsreaktionen, da das Blut nicht nach außen abfließen kann. 







Sitzt die Endometriose am Eileiter, kann dies zu einer eingeschränkten oder aufgehobenen Durchgängigkeit und Beweglichkeit kommen. An den Eierstöcken kann es durch Verwachsungen und Zysten zur falschen Hormonproduktion, Eizellreifestörung bis hin zu starken Schädigung des gesamten Eierstockes samt Eizellen führen. 
Endometriose kann zu entzündlichen und immunologischen Veränderungen der Bauchhöhlenflüssigkeit und der sich darin befindlichen Zellen führen. Für die Spermien entsteht dadurch ein ungünstiges Milieu und diese werden dadurch vermehrt von Fresszellen aufgenommen. Sitzt die Endometriose in der Muskelschicht der Gebärmutter (Adenomyose), kann der Transport der Spermien durch die Gebärmutter gestört sein und eine Veränderung der Schleimhaut die Einnistung des Embryos erschweren.

Es ist eine gutartige, aber oft chronische Erkrankung, die nicht immer Symptome aufweisen muss. Wird Endometriose zu spät entdeckt, kann sie irreparable Folgen für die Fruchtbarkeit der Frau haben. Leider sind viele Frauenärzte zu wenig über diese Krankheit informiert. Somit haben die meisten Patientinnen schon einen sehr langen Leidensweg hinter sich, der oft mit einem Wechsel verschiedener Frauenärzte einher geht. Die häufigsten Symptome wie enorme Regelschmerzen und starke Blutungen werden dann gerne als harmlos abgetan.

Leider ist Endometriose nicht genau im Ultraschall erkennbar. Erst eine Zystenbildung an den Eierstöcken und leichte Schatten an der Gebärmutter können von einem geschulten Auge darauf schließen lassen. Sind die Herde aber weiter im Douglas oder im Bauchraum, kann man dies nur noch über eine Laparoskopie fest stellen, in der dann auch gleich das entsprechende Gewebe mit entfernt wird.

Häufige Symptome:
  • (plötzlich) sehr starke Regelschmerzen
  • Schmerzen während des Geschlechtsverkehres, dem Stuhlgang oder beim Wasserlassen
    (häufig während der Menstruation oder die Tage davor)
  • Blutungsstörungen oder sehr starke Blutungen mit Klumpenbildung
  • Starke Rückenschmerzen, zyklusabhängig

Diagnose:

Im normalen Ultraschall und durch Abtasten kann Endometriose nicht ausgeschlossen werden!
Erst mit einer Sonde während der Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit minimalen Einschnitten von ca. einem Zentimeter kann die Endometriose diagnostiziert werden. Unter Vollnarkose werden dann auch gleich die Herde mit entfernt.

Therapie:

Um bestmögliche und langfristige Linderung zu erzielen ist eine Laparoskopie und im Anschluss eine medikamentöse Behandlung von Vorteil.

Medikamentös kann die Ursache alleine nicht behoben werden. Die Symptome und Schmerzen nur gemildert. Dies ist im Anschluss einer OP oder in Pausenzyklen zu empfehlen, damit die Herde austrocknen können.

Gegeben werden Medikamente gegen die Östrogenbildung:

  • Die Antibabypille (verschiedene Sorten können auch nach Absprache ohne Pause über mehrere Monaten durchgenommen werden)
  • Gestagene (Gelbkörperhormone)
  • GRnH-Analoga (Wechseljahrhormone)
Für Frauen mit moderater bis schwerer Endometriose ist es ohne Behandlung deutlich schwerer schwanger zu werden, als mit leichter Endometriose.

Begleitende Therapiemöglichkeiten zur eventuellen Linderung:

TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) unterstützt den Körper und den Geist

  • Pinienrindenextrakt (Pycnogenol): 60 mg, wirkt entzündungshemmend und immunsuppressiv. Mit seiner stark antioxydativen Wirkung hat es vielerlei positive Effekte.
  • Granatapfelsaft: wirkt ebenfalls gegen oxydativen Stress.
  • Omega-3-Fettsäuren: enthalten in Lachsöl, Nachtkerzenöl, Leinöl usw. wirkt entzündungshemmend und ist für die Bildung der körpereigenen Abwehrzellen zuständig.

Das Meiden folgender Nahrungsmittel kann auch eine Besserung der Schmerzen erzielen:

  • Weißer Zucker, künstliche Süßstoffe
  • Weizenmehl
  • Östrogenhaltiges Fleisch (Massentierhaltung)
  • Nahrungsmittel mit künstlichen Zusatz- und Farbstoffen sowie Konservierungsstoffen
  • Kaffe
  • Alkohol
  • Tiefkühlware


Quellen und weitere Hilfe
Europäische Endometriose Liga:
http://www.endometriose-liga.eu/
Wunschkinder.net Thema: Endometriose
Buch: Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch – von Dr. med. Annemarie Schweizer-Arau
Fruchtbarkeit ganzheitlich fördern mit chinesischer Medizin
(Kann ich nur empfehlen, wenn man den Kinderwunsch mit TCM unterstützen möchte)





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